Freitag, 03. September 2010
„Wir sammeln Lebensmittel und keinen Abfall“
„Kurier Dachau“ begleitete Kühlfahrzeug der Dachauer Tafel
Das Vorgehen ist immer gleich: Der Beifahrer steigt zuerst aus, meldet sich im Markt an und derweil rangiert der Fahrer an die Lieferrampe des Marktes. Schmutzler und Weber schichten die gespendeten Waren aus Einkaufswägen, und –körben, Kisten und Kartons in teilweise eigene stapelbare Rot-Kreuz-Kisten, teils geliehenen oder ausgediente stabile Kartons um.
Dabei treffen sie eine erste Auswahl. Werner Weber: „Denn wir sammeln Lebensmittel und keinen Abfall! Wir können nicht jedes Mindesthaltbarkeitsdatum kontrollieren, aber was offensichtlich verdorben ist und gärt, bleibt da.“ Eine Discounter-Kette hatte für die Dachauer Tafel eigens Kühlschränke aufgestellt und die Tafel schaffte extra zwei neue Kühlfahrzeuge dafür an, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Doch dann kam die Order an alle Märkte dieser Kette, keine Frischeprodukte wie Wurst- und Fleischwaren, Fisch und Babynahrung mehr an die Tafel abzugeben. Das konnte Dachauer-Tafel-Gründerin Edda Drittenpreis nicht verstehen und will das nicht auf sich beruhen lassen. Die einzelnen Märkte können da nichts dafür. Dabei hat sich die Tafel verpflichtet, alles noch einmal genau zu prüfen, bevor die Produkte an ihre 1400 „Kunden“ in Stadt und Landkreis verteilt werden.
Oft haben Märkte auch gar keine Produkte für die Dachauer Tafel. Doch Werner Weber beruhigte: „Aber trotzdem haben wir immer noch genug bekommen, dass kein Bedürftiger darben muss!“ Dachau habe sehr gute Lieferanten und trete auch mal etwas an andere Tafeln ab, wenn dort Mangel herrsche. Als das Kühlfahrzeug nach der ersten Tour fast voll ist, geht’s zum Ausladen in die Brunngartenstraße. Hier wird in noch nicht einmal einer Viertelstunde ausgeladen. Doch Mittagessen gibt es noch nicht. Es pressiert, denn manche Lagerleiter sind nicht so lange da. Also steuert das Team gleich noch sechs Märkte in Dachau bei der zweiten Tour an diesem Tag an. Erst dann dürfen sich die fleißigen Helfer beim Mittagstisch stärken für die dritte Tour, bei der noch etliche Märkte in Allach anstehen.
